Positionierung der Heliand-Jahreskonferenz 2026

1926 – acht Jahre nachdem den Frauen in Deutschland das Wahlrecht zugesprochen wurde – gründeten katholische Schülerinnen, die ihr Leben als Christinnen bewusst gestalten wollten, die Gemeinschaft des Heliand. Gemeinsam war ihnen der Wille, sich religiös zu bilden, den eigenen Glauben zu hinterfragen und ihn bekennend zu stärken. Ihr vorrangiges Interesse war, die befreiende Botschaft Jesu in ihrem Leben erfahrbar zu machen und dabei den gesellschaftlichen Veränderungen Rechnung zu tragen. Dies wagten sie selbst in den Jahren der NS-Diktatur. Den Heliand prägen diese religiöse Haltung und dieser Mut zur Veränderung weiter, obwohl die Strukturen der Kirche sich als wenig veränderungsbereit erweisen und die Gesellschaft sich religiösen Fragen gegenüber immer weniger offen zeigt.

1984 – 35 Jahre nachdem die Gleichstellung von Mann und Frau im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland verankert wurde – wählte der Heliand-Mädchenkreis als erster katholischer Verband eine Theologin in die Geistliche Leitung auf Bundesebene und wurde damit zum Modell für viele andere Verbände. Damit wurde auch ein Hoffnungszeichen gesetzt – die Hoffnung auf Veränderung in einer Kirche, in der es bis heute keine Gleichberechtigung von Mann und Frau gibt. Frauen werden von Diensten und Ämtern ausgeschlossen, nicht weil sie unfähig sind, sondern weil es schon immer so war, nur weil sie Frauen sind – oder weil sie „nur“ Frauen sind.

Es gibt keine theologische Begründung für diese Ausgrenzung, vielmehr sollte der Umgang des biblischen Jesus mit den Frauen – er hat sie zur Nachfolge berufen – endlich auch in der Katholischen Kirche Wirklichkeit werden.

2026 – 100 Jahre nach Gründung der Heliand-Gemeinschaft, in dem Mädchen und Frauen bis heute die Nachfolge Jesu ernst nehmen und nach seiner Botschaft leben, fordert die Jahreskonferenz des Heliand die Zulassung von Frauen zu allen Diensten und Ämtern der Katholischen Kirche.

Last modified: 25. September 2026
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